In vielen Wohnanlagen steckt großes Potenzial zur Energieeinsparung. Für Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) ist die Umsetzung energetischer Sanierungsmaßnahmen jedoch oft komplex: Mehrere Eigentümerinnen und Eigentümer müssen sich auf Maßnahmen und Zeitpläne verständigen, technische Fragen klären und rechtliche Rahmenbedingungen beachten. Das kann abschreckend sein – muss es aber nicht.
Gerade im älteren Gebäudebestand lassen sich mit einer gut geplanten Sanierung nicht nur Energie und Kosten sparen, sondern auch der Wohnkomfort erhöhen und der Wert der Immobilie langfristig sichern. Es spricht also einiges dafür, sich in einer WEG nicht vom erhöhten Abstimmungsbedarf entmutigen zu lassen. Wichtig sind aber ein strukturiertes Vorgehen und eine unabhängige fachliche Begleitung.
Seit Januar 2026 bietet die Energieberatung der Verbraucherzentrale ein Beratungsangebot, das auf die Bedürfnisse von Wohnungseigentümergemeinschaften zugeschnitten ist. Die Beratung zeigt auf, wo die größten energetischen Schwachstellen liegen, welche Maßnahmen sinnvoll miteinander kombiniert werden können, und welche Fördermöglichkeiten bestehen. „Eine unabhängige Energieberatung schafft eine gemeinsame Wissensbasis innerhalb der Eigentümergemeinschaft“, erklärt Birgit Wordtmann, Energieexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „So lassen sich Diskussionen versachlichen und fundierte Entscheidungen treffen.“
Auch ein Vortrag in der Wohnungseigentümergemeinschaft durch eine neutrale Person kann hilfreich sein. Weitere Informationen zur Energieberatung für Wohnungseigentümergemeinschaften unter: verbraucherzentrale-energieberatung.de/energieberatung-fuer-wohnungseigentuemergemeinschaften/.
Bevor über den Austausch der Heizungsanlage entschieden wird, lohnt sich der Blick auf die Gebäudehülle. Dazu zählen Dämmung, Fenster und Türen. „Die Gebäudehülle ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen Sanierung“, betont Wordtmann. „Eine gute Dämmung reduziert Wärmeverluste erheblich und senkt langfristig die Heizkosten.“ Darüber hinaus verbessert sie den sommerlichen Hitzeschutz, erhöht den Wohnkomfort, steigert den Immobilienwert und trägt zum Schallschutz bei. Ein weiterer Vorteil: Sinkt der Wärmebedarf des Gebäudes, kann die Heizungsanlage kleiner dimensioniert werden. Das wirkt sich positiv auf die Investitionskosten aus.
Kleine Schwachstellen können große Auswirkungen haben: Undichte Fenster und Türen verursachen bis zu 20 Prozent Wärmeverlust. Der Austausch kann daher ein wirkungsvoller erster Schritt sein. Als Einzelmaßnahme ist er zudem förderfähig, etwa über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
Ergänzend zur energetischen Sanierung können erneuerbare Energien sinnvoll in das Gesamtkonzept integriert werden. Solarthermie, Photovoltaik oder Batteriespeicher bieten die Möglichkeit, Energiekosten zu senken und die Unabhängigkeit vom Energiemarkt zu erhöhen.
Für nahezu jede energetische Maßnahme stehen staatliche Förderprogramme oder Zuschüsse zur Verfügung. Die Herausforderung besteht häufig darin, die Sanierung schrittweise zu planen und gemeinschaftlich umzusetzen. „Eine strukturierte Planung und unabhängige Beratung helfen, Fördermittel optimal zu nutzen und den Sanierungsprozess realistisch zu gestalten“, erklärt Wordtmann.
Weitere Informationen zur Anmeldung und weiterführende Tipps können hier gefunden werden:
- Informationen zur Online-Anmeldung sowie zu Ablauf und Kosten einer Beratung für WEG bietet die Energieberatung der Verbraucherzentrale auf ihrer Website unter: verbraucherzentrale-energieberatung.de/beratung/energieberatung-fuer-wohnungseigentuemergemeinschaften/
- Die Energieberatung der Verbraucherzentrale kooperiert mit der Deutschen Energieagentur (dena) im Projekt „Energetische Modernisierung in Wohnungseigentümergemeinschaften“. Wissenswertes für Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Verwaltungen unter: gebaeudeforum.de/wissen/weg-praxisguide/
Fragen zum Thema energetisches Sanieren im Wohneigentum beantwortet die Energieberatung der Verbraucherzentrale mit ihrem umfangreichen Angebot. Die Beratung findet online, telefonisch oder in einem persönlichen Gespräch statt. Die Fachleute informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind alle Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter unserer bundesweit kostenfreien Hotline 0800 809802400 sowie in Vorträgen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
Über die Energieberatung der Verbraucherzentrale
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale bietet das größte, anbieterunabhängige Beratungsangebot zum Thema Energie in Deutschland. Seit 1978 begleitet sie private Verbraucherinnen und Verbraucher mit derzeit 1.000 Energieberaterinnen und -beratern an mehr als 900 Standorten in eine energiebewusste Zukunft. Im Jahr 2024 wurden weit über 230.000 Privathaushalte zu allen Energie-Themen unabhängig und neutral beraten, beispielsweise zu Energiesparen, Wärmedämmung, moderner Heiztechnik und erneuerbaren Energien.
Über die Verbraucherzentrale
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen ist eine anbieterunabhängige, öffentlich finanzierte, gemeinnützige Organisation. Seit über 60 Jahren informiert, berät und unterstützt sie Verbraucherinnen und Verbraucher in Fragen des privaten Konsums und vertritt ihre Interessen gegenüber Unternehmen, Politik und Verbänden. In elf Beratungsstellen können sich Ratsuchende persönlich beraten lassen.
Auch telefonisch und per Video ist Beratung möglich: verbraucherzentrale-niedersachsen.de