Mittels einer Energie- und Treibhausgasbilanz können die Energieverbräuche der Kreisverwaltung sowie des Kreisgebietes quantitativ erfasst werden. Anhand spezifischer Emissionsfaktoren der Energieträger können die Treibhausgasemissionen bestimmt und nach Verursachern und Energieträgern aufgeschlüsselt werden. Die Treibhausgasemissionen wurden für die Bereiche Strom, Wärme und Verkehr sowie die Kreisverwaltung dargestellt. Aufgrund der zum Zeitpunkt der Konzepterstellung verfügbaren Datenlage und der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie wurde das Bilanzjahr 2019 als repräsentatives Basisjahr für die Energie- und Treibhausgasbilanz festgelegt.

Die Energiebilanz für das Jahr 2019 weist für den Landkreis Osterholz einen Endenergieverbrauch von 2.130.883 MWh aus. Den größten Anteil am Endenergieverbrauch haben die beiden Verbrauchssektoren Privathaushalte (48 %) und Verkehr (33 %), wobei hier der motorisierte Individualverkehr mit zwei Dritteln dominiert. Werden die einzelnen Anteile der Energieträger betrachtet, ist Erdgas mit 34 % der wichtigste Energieträger. Der Anteil erneuerbarer Energien am Wärmeverbrauch ist mit rund 8 % vergleichsweise gering. Die lokale Stromerzeugung hingegen deckt im Bilanzjahr bereits 108 % des lokalen Stromverbrauchs und entfällt zu 74 % auf die Windenergieerzeugung. Die öffentlichen Einrichtungen tragen mit 1 % nur einen sehr geringen Teil zum Endenergieverbrauch bei, haben aber eine wichtige Vorbildwirkung inne und fallen in den direkten Einflussbereich der Kreisverwaltung. Die kreisgetragenen Gebäude und Einrichtungen tragen mit 75 % den größten Anteil am Endenergieverbrauch, gefolgt vom kreiseigenen Fahrzeugbestand (22 %).

Anhand der Treibhausgasbilanz im Landkreis Osterholz wird ersichtlich, dass es im Jahr 2019 energetische Gesamtemissionen von rund 498.155 t CO2-Äquivalente pro Jahr beziehungsweise einen spezifischen Pro-Kopf-Ausstoß von 4,4 t CO2-Äquivalente pro Jahr gab (lokaler Strommix). Die energetischen Treibhausgasemissionen gerechnet mit dem Bundesstrommix ergeben rund 658.000 t CO2-Äquivalente pro Jahr beziehungsweise 5,8 t CO2-Äquivalente pro Kopf und Jahr.

Da die Bilanzierung gemäß dem BISKO-Prinzip erfolgt, werden nur die energetischen Emissionen in der Bilanz betrachtet, also beispielsweise Emissionen aus dem Verkehrs- und Gebäudesektor oder der Industrie. Die sogenannten nicht-energetischen Emissionen aus den Bereichen Landwirtschaft sowie der Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) sind nicht Teil der Bilanz. Die hierzu vorliegenden Daten für den Landkreis Osterholz prognostizieren, dass zu den energetischen Emissionen von rund 498.155 t CO2-Äquivalente im Jahr 2019 jährlich mindestens rund 610.000 t CO2-Äquivalente aus Moorflächen emittiert werden und rund 290.000 t CO2-Äquivalente pro Jahr aus dem Landwirtschaftssektor hinzukommen (Michael Succow Stiftung, 2020). Insgesamt belaufen sich die aktuell für den Landkreis Osterholz vorliegenden Treibhausgasemissionen des energetischen Sektors, der Landwirtschaft und der betrachteten Moorflächen in Summe auf etwa 1,4 Millionen t CO2-Äquivalente pro Jahr.